Bundesfachkonferenz Grundbildung

Von der Alphabetisierung zur Grundbildung

Erste Bundesfachkonferenz Grundbildung in Frankfurt zog 125 Interessierte an.

Die erste Bundesfachkonferenz Grundbildung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. (DVV) fand am 5./6. März in Frankfurt statt. Sie wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Teilnehmer/innen Bundesfachkonferenz

Das vielfältige Programm aus politischen Positionen, wissenschaftlichen Fakten sowie verschiedenen Praxisbeispielen hatten der DVV gemeinsam mit dem Bundesarbeitskreis Alphabetisierung, Grundbildung, Nachholen von Schulabschlüssen entwickelt.

Dem Interesse am fachlichen Austausch entsprechend war die Resonanz auf die Veranstaltung groß und übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Aufgrund der begrenzten Raumkapazitäten im „Haus am Dom“ konnten nicht alle Interessierten berücksichtigt werden. 

Entwicklungspotentiale von Grundbildung

Kernfragen der Bundesfachkonferenz waren der Weg von der Alphabetisierung hin zur Grundbildung und die Entwicklungspotentiale von Grundbildung. Das Nachholen von Grundkompetenzen soll nicht länger auf Lesen- und Schreiben lernen beschränkt bleiben. Aktive Teilhabe an und Mitwirkung in gesellschaftlichen Prozessen benötigen auch Grundkompetenzen wie beispielsweise Rechnen, Englisch, der Umgang mit Finanzen, mit Medien, mit dem Computer usw.

Podiumsdiskussion

Direkt zu Anfang stellte Gundula Frieling (Stellvertretende Verbandsdirektorin des DVV) heraus, dass in den Bereichen Programmentwicklung, Kursleiterqualifizierung und nicht zuletzt Teilnehmergewinnung noch viel zu tun ist. Gleichzeitig betonte sie aber auch, dass die VHS positiv auf die vor ihr liegende Aufgabenstrecke sehen kann: Wer, wenn nicht die VHS, kann die Entwicklung in der Grundbildungsarbeit durch bundesweite, wohnortnahe Angebote mit vertretbaren Kosten vorantreiben?

DVV-Präsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth machte im Gespräch über bildungspolitische Positionen deutlich, dass es wichtig ist, nicht erst jahrelang zu forschen und zu diskutieren, sondern Reden und Taten übereinkommen zu lassen. Sie forderte, dass Weiterbildung zur Pflichtaufgabe von Bund und Ländern werden und die Freude am Lernen mehr in den Mittelpunkt rücken solle, damit Menschen aus dem Teufelskreis der Ausgrenzung und der Angst vor Versagen herauskommen können. 

Vernetzung der Akteure

Als Vertreter der Länder stellte Dr. Ulrich Raiser, Senatsverwaltung Berlin heraus, dass bereits neue Strukturen und auch Finanzierungsmöglichkeiten entstanden sind, um die Zahl der 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten zu reduzieren. Es müsse zum einem das Thema als Querschnittsaufgabe angegangen und ressortübergreifend Bündnisse geschlossen und zum anderen müsse die begonnene Arbeit intensiv fortgeführt werden, um möglichst viele Menschen auch tatsächlich zu erreichen. Thomas Bartelt als Vertreter des BMBF betonte, wie wichtig die Vernetzung der Akteure sei, wie sie zum Beispiel mit dieser Bundesfachkonferenz ermöglicht werde und dass das BMBF sich weiter für die Alphabetisierung und Grundbildung stark machen werde.

Prof. Dr. Anke Grotlüschen

Im Überblick zu „PIAAC, Leo & Co.“ bot Prof. Dr. Anke Grotlüschen von der Universität Hamburg anschließend Daten und Analysen für die Praxis. Unter dem Eindruck der zuvor erläuterten Forschung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer danach „lang und breit“ in fünf verschiedenen Workshops unter den Stichworten Professionalität, Lernprozessbegleitung, Rahmencurricula und Tests, Online-Lernen und Querschnittsaufgabe Grundbildung mehr über Praxisbeispiele erfahren und diese diskutieren. Am zweiten Tag ging es vor allem darum, wie mehr und auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer als bisher angesprochen werden können. Workshops über Grundbildungszentren, über die Nutzung von kommunalen Strukturen, das Anknüpfen an andere Bildungs- und Programmbereiche und den Ausbau von Kooperationen, gaben dazu viele Anregungen.

Fazit

Die erste Bundesfachkonferenz hat gezeigt, was schon geleistet worden ist, welche Ergebnisse, welche Konzepte und welche Produkte vorliegen und sozusagen „nur darauf warten“, in die Praxis, in die Kurse getragen zu werden. Erfreulicherweise lässt sich sagen: Die Alphabetisierung gewinnt an Stellenwert – gesellschaftspolitisch und bildungspolitisch und sie nimmt Schwung auf in Richtung Grundbildung. Die 1. Bundesfachkonferenz Grundbildung wird mit Sicherheit nicht die letzte gewesen sein.

Vorträge

Hier können Sie einen Teil der Vorträge und Präsentationen herunterladen. Weitere Dokumente stellen wir sobald wie möglich ein.

  • Online-Lernen (Celia Sokolowsky, DVV)
    Die Diskussion zu diesem Thema geht online weiter: Auf der Fortbildungs- und Vernetzungsplattfortm www.dvv-fobi.de. Dort wurden auch die vorläufigen Arbeits- und Diskussionsergebnisse aus den beiden Workshopsitzungen eingestellt. Bei der kostenlosen Plattform können Sie sich selbst anmelden. Zu Registrierung und Nutzung der Plattform haben wir eine Kurzanleitung zusammengestellt.

Galerie

  • Prof. Dr. Anke Grotlüschen sprach über PIAAC, Leo und Co
  • Renate Schiefer referierte über Lernprozessbegleitung
Bundesministerium für Bildung und Forschung
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