Kurskonzept und Rahmencurriculum für die abschlussorientierte Grundbildung
Aktuelle Forschungen zeigen: Für zahlreiche Teilnehmer/innen ist der Alphabetisierungs- und Grundbildungskurs an der Volkshochschule das entscheidende Bindeglied zur Gesellschaft. Die beratende und ermutigende Ausrichtung von Kursen ermöglicht es vielen Menschen, mit größerem Selbstvertrauen im Alltag und im Leben zurechtzukommen.
Das Spektrum der Teilnehmer/innen wird sich künftig erweitern, und das Kursangebot muss mitwachsen. Gebraucht werden auch Angebote für Jüngere sowie für Personen mit Lese- und Schreibkenntnissen auf den Alpha-Levels 3 und 4 (vgl. die leo.-Studie der Universität Hamburg). Für diese Gruppen sollen neue Kursformate entwickelt werden, die neben den bewährten Formen der Alphabetisierungsarbeit eine klarere Zielorientierung aufweisen.
Das Projekt Rahmencurriculum steckt die Ziele der neuen Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse ab, ohne wertvollen Handlungsspielraum der Lehrenden zu beschneiden. Es beschreibt und gliedert den Lernstoff für Lesen, Schreiben und Rechnen in den Grundbildungskursen. Damit knüpft das Projekt an Diskussionen im Bundesarbeitskreis Alphabetisierung und Grundbildung des Deutschen Volkshochschul-Verbands an und entwickelt den Orientierungsrahmen der Volkshochschulen von 2007 weiter. Der Lernstoff für die allgemeine Grundbildung wird in didaktisch-methodischen Handlungsempfehlungen und Unterrichtsmaterialien aufbereitet. Zusätzlich entstehen Module für branchenspezifische Grundbildung, die direkt einsetzbar sind, aber auch Modellcharakter für analoge Module für weitere Branchen haben.
Passend zum Rahmencurriculum werden den Kursleiter/inne/n und Lerner/inne/n im allgemeinen Grundbildungskurs und in den branchenspezifischen Kursen Lernstandsdiagnosen zur Verfügung gestellt. Sie verfolgen das Ziel, Teilnehmer/innen optimal zu fördern. Kursleiter/innen können besser auf ihre Teilnehmer/innen eingehen, wenn sie deren Lernstand genau einschätzen können. Auch die Kursplanung kann genauer auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden.
Lernstandsmessungen sind auch die Grundlage für individuelle Beratung am Kursende. Den Teilnehmer/innen können dann gezielt weiterführende Grundbildungskurse, andere Weiterbildungsmaßnahmen wie das Nachholen eines Schulabschlusses oder auch die Wiederholung des Kurses empfohlen werden.
Die telc GmbH entwickelt für die abschlussorientierten Kurse standardisierte Tests. Die Tests sollen den Kursteilnehmer/innen zeigen, was sie bereits können, und sie zum Weiterlernen motivieren. Darum werden auch kleine Lernfortschritte gemessen und auf positive Weise an die Teilnehmenden zurückgemeldet. Auf der Grundlage der Tests erhalten die Teilnehmer/innen Zertifikate.
Die Koordination des Projektvorhabens hat der Deutsche Volkshochschul-Verband in Bonn (Dr. Angela Rustemeyer).
Das Projekt „Kurskonzept und Rahmencurriculum für die abschlussorientierte Grundbildung“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Kennzeichen W136701 gefördert.
Laufzeit: Januar 2012 bis Dezember 2014

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