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Den Besuch von Lernangeboten erleichtern

Ende Juli führte Dr. Barbara Nienkemper zusammen mit Eva Heinen vom DVV ihre Online-Session "Niedrigschwellige Lernangebote" durch. In ihrem Werkstattblick berichtet sie von der Umsetzung ihrer Session und ihren Erfahrungen in der Gestaltung von Lernangeboten aus ihrem Projekt ELB-Brücken.

Dr. Barbara Nienkemper von der vhs Hamburg

Anstelle eines Workshops bei der DVV Bundesfachkonferenz, habe ich gemeinsam mit Eva Heinen vom DVV am 21. Juli eine von insgesamt vier Online-Sessions durchgeführt. Das Thema lautete „Niedrigschwellige Lernangebote gestalten“. Das Format war für mich neu und es war zunächst ungewohnt, in die Kamera zu sprechen. Daher war ich erleichtert, dass wir ohne technische Schwierigkeiten fast die gesamte Zeit inhaltlich füllen konnten.

Wir haben besprochen mit welcher Art von Angeboten auch Menschen, die sonst nicht in Kursen lernen, angesprochen werden können. Wichtig ist es hierbei vor allem, möglichst geringe Erwartungen und Bedingungen zu stellen. Bei unseren Angeboten darf jede*r ohne Anmeldung und kostenfrei mitmachen. Das macht es für alle leichter, erst einmal zum Schnuppern vorbei zu kommen. Es ist für das Erreichen vieler Menschen aus unserer Zielgruppe zuerst wichtig, sich im Rahmen eines niedrigschwelligen Angebots kennen zu lernen, eine Vertrauensbeziehung aufzubauen und die Themen aufzugreifen, die die Personen selbst wichtig finden. Erst dann können weiterführende, individuelle Lerninteressen erfragt, Hürden aus dem Weg geräumt und die Begleitung in regelhafte Beratungs- oder Lernangebote angegangen werden.   

Wir haben besprochen mit welcher Art von Angeboten auch Menschen, die sonst nicht in Kursen lernen, angesprochen werden können. Wichtig ist es hierbei vor allem, möglichst geringe Erwartungen und Bedingungen zu stellen. Bei unseren Angeboten darf jede*r ohne Anmeldung und kostenfrei mitmachen. Das macht es für alle leichter, erst einmal zum Schnuppern vorbei zu kommen. Es ist für das Erreichen vieler Menschen aus unserer Zielgruppe zuerst wichtig, sich im Rahmen eines niedrigschwelligen Angebots kennen zu lernen, eine Vertrauensbeziehung aufzubauen und die Themen aufzugreifen, die die Personen selbst wichtig finden. Erst dann können weiterführende, individuelle Lerninteressen erfragt, Hürden aus dem Weg geräumt und die Begleitung in regelhafte Beratungs- oder Lernangebote angegangen werden.   

Eva Heinen fasste verschiedene Strategien für die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit zusammen.

Die passenden Partnerinstitutionen müssen gesucht und sensibilisiert werden. Oftmals sind sie dann schnell sehr offen für die Zusammenarbeit.

Eva Heinen, Referentin im DVV

Sie stellte auch das Material für eine  Sensibilisierung von Partnerinstitutionen vor und verwies auf die  Datenbank für die Suche von Lernmaterialien sowie auf das  vhs-Lernportal.

Ich habe versucht in kurzer Zeit möglichst viel von den praktischen Erfahrungswerten, die wir im ELB-Brücken-Projekt mit niedrigschwelligen Lernangeboten für Menschen in prekären Lebenssituationen gesammelt haben, zu berichten. ELB-Brücken ist ein Kooperationsprojekt von dem gemeinnützigen sozialen Träger Beschäftigung und Bildung e.V. und der Hamburger Volkshochschule. Im Projekt erproben wir unter anderem die Ansprache von gering literalisierten Erwachsenen über niedrigschwellige Angebote in Begegnungsstätten für psychisch erkrankte Menschen. Sie heißen: „Frühstücksthemen“, „Lesen-Schreiben-Verstehen“ und „Spaß und Lernen am PC“. Diese Angebote haben wir sukzessive, im Austausch mit den Mitarbeiter*innen und orientiert an den Interessen der Besucher*innen der Begegnungsstätten, entwickelt. Sie sind nicht vergleichbar mit regulären vhs-Kursen, weil zunächst kein festgelegtes Lernziel dahintersteht und sehr flexibel auf die Bedarfe der Teilnehmer*innen eingegangen wird. Wir wollen mit den offenen Angeboten Interesse wecken und zum Weiterlernen ermutigen. Aktuell machen wir beispielsweise zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus auch draußen Angebote zum Spazieren gehen mit Mini-Aufgaben, die man unterwegs bearbeiten kann.

Insgesamt waren 45 Teilnehmer*innen aus Volkshochschulen und sozial-karitativen Einrichtungen aus ganz Deutschland in der Online-Session dabei. Ich habe mich über das große Interesse an diesem Thema und das positive Feedback sehr gefreut. Die direkte Interaktion in Präsenzveranstaltungen empfinde ich jedoch meist als lebendiger. Man fragt dann eher noch einmal genauer nach, wie etwas gemeint ist oder warum eine Frage gestellt wird und kommt dann tiefer ins Gespräch als in einem Online-Format. Daher freue ich mich darauf, wenn die nächste große Konferenz wieder in Präsenz stattfinden kann. Nichtsdestotrotz fand ich es toll, dass wir gemeinsam, trotz Corona, ein Weiterbildungsangebot realisiert haben von dem die Teilnehmer*innen profitieren konnten. 

Hinweis

Die Aufzeichnung der Online-Session "Niedrigschwellige Lernangebote gestalten" finden Sie in der  Mediathek.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Barbara Nienkemper

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