Inhalt anspringen

Grundbildung.de

Sozialberater*innen mit besonderem Vertrauen

als Garant für eine gelingende Ansprache und Motivation zum Lernen

Veröffentlicht von Vera Everhartz, 23.03.2020

Viele Menschen in Deutschland können nicht ausreichend Lesen und Schreiben und finden dennoch nicht den Weg in die Kurse der Volkshochschulen. Gemeinsam mit den Beratungsstellen der Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW sucht das DVV-Projekt  InSole (in Sozialräumen lernen) nach Lösungsansätzen.

Schritt eins - Potenziale erkennen

Zu Beginn führte das Projekt eine Fachkräftebefragung bei den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW durch, um herauszufinden, welchen Stellenwert das Thema geringe Literalität in ihrem Arbeitsalltag einnimmt.

  Das Ergebnis war überraschend PDF-Datei 606,85 kB - 87 Prozent der Fachkräfte gaben an, dass sie geringe Literalität bei ihren Klient*innen wahrnehmen oder vermuten. Teilweise vertrauen sich Betroffene ihren Berater*innen auch direkt an, doch das ist leider nicht die Regel. Anhand der Befragung wurde schnell deutlich, welches Potential in der Zusammenarbeit mit Organisationen der Sozialarbeit steckt. Mitarbeiter*innen können maßgeblich zur Enttabuisierung des Themas beitragen, indem sie für die Ansprache von Betroffenen sensibilisiert werden.



Schritt zwei - Fachkräfte informieren

Aus diesem Grund fanden in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten die ersten sechs Schulungen statt. In Wuppertal, Bochum, Moers, Aachen, Köln und Bielefeld wurden 64 Fachkräfte der Sozialarbeit zum Thema geringe Literalität informiert. Weitere Veranstaltungen mit räumlichen Bezug zum Quartier vor Ort stehen aktuell in Bochum, Dortmund und Remscheid noch aus.

Schritt drei - Neue Erkenntnisse gewinnen

Schon nach der ersten Schulung waren die Teilnehmenden erstaunt, wie heterogen die Gruppe der Betroffenen ist und wie viele Menschen in Deutschland Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Der Austausch legte aber auch Defizite offen. Eine Teilnehmerin aus Moers berichtete von den Vermittlungsschwierigkeiten aufgrund mangelnder Informationen und Angebote. Ein wichtiger Hinweis, auf den die Schulungsreferenten sofort eingehen konnten.

Viele Teilnehmer*innen merkten an, dass geringe Literarität die Ursache vieler Probleme sein kann, mit denen sich Ratsuchende an sie wenden. Auch Fachvorgesetzte würden diese Problematik nicht immer erkennen.

Zur Vertiefung des Hintergrundwissens zur Thematik hat InSole den   Reader „Lese- und Schreibschwierigkeiten bei Erwachsenen. Informationen für Fachkräfte in der Sozialarbeit“ PDF-Datei 3,14 MB erstellt, der den Teilnehmenden der Schulungen zur Verfügung gestellt wird.


Autorin

Vera Everhartz arbeitet beim Deutschen Volkshochschul-Verband als Referentin im Projekt "InSole – In Sozialräumen lernen".

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Projekt InSole
  • Vera Everhartz
  • Vera Everhartz
  • Vera Everhartz
  • Vera Everhartz
  • Jens Kemner
  • Jens Kemner
  • Projekt InSole
  • Fotoatelier Herff

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.

Mehr erfahren